Schweiz wie Deutschland: Nach klarem Vorsprung noch 4:4

Im Oktober des vergangenen Jahres dürfte man in der Schweiz zumindest ein wenig geschmunzelt haben, als man vom 4:4 der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Schweden erfuhr. Nach 60 komplett dominierten Minuten mit einer komfortablen 4:0-Führung, für die Miroslav Klose mit einem Doppelpack sowie Per Mertesacker und Mesut Özil verantwortlich zeichneten, verlor die Auswahl des DFB völlig den Faden und musste sich am Ende gegen das Dreikronenteam mit einem Punkt zufrieden geben.

Angeführt von Superstar Zlatan Ibrahimovic, der nach 62 Minuten mit dem 1:4 die Aufholjagd einleitete, lief Schweden zu großer Form auf und wurde von Minute zu Minute stärker. Mikael Lustig, Johan Elmander und schließlich in der dritten Minute der Nachspielzeit Rasmus Elm sorgten am Ende für ein kaum mehr für möglich gehaltenes Erfolgserlebnis der Schweden, die das Berliner Olympiastadion als gefühlter Sieger verlassen durften, während das deutsche Team bedröppelt vom Rasen schlich.

Ähnlich wie der deutschen Mannschaft im Oktober 2012 erging es nun ein knappes Jahr später der Nationalelf der Schweiz, die in der WM-Qualifikation gegen Island zwar bereits nach zwei Minuten durch Johann Berg Gudmundsson vom niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar in Rückstand geriet, aber der Partie bis zur Pause eine klare Wende geben konnte. Stephan Lichtsteiner mit zwei Treffern und Fabian Schär sorgten bereits nach einer halben Stunde für eine 3:1-Führung für die von Ottmar Hitzfeld trainierten Eidgenossen, die Blerim Dzemaili in der 54. Minute mit einem verwandelten Elfmeter sogar noch auf 4:1 ausbauen konnte. Im Gefühl des sicheren Sieges wurde die Schweiz danach aber etwas nachlässig und kassierte nur zwei Minuten nach dem 4:1 das zweite Gegentor durch Kolbeinn Sigthorsson. Island witterte dadurch Morgenluft und blieb am Drücker, was nach 68 Minuten durch das zweite Tor von Gudmundsson zum 4:3 führte. Und gegen eine immer nervöser werdende Schweizer Mannschaft war es in der letzten Minute der regulären Spielzeit dann erneut Gudmundsson, der mit seinem dritten Treffer sogar noch den 4:4-Ausgleich markierte und Island einen womöglich noch wichtigen Punkt bescherte.

Nach dieser Partie führt die Schweiz die Tabelle drei Spieltage vor Schluss mit 15 Zählern vor Norwegen mit elf, Albanien und Island mit jeweils zehn sowie Slowenien mit neun Punkten an. An den verbleibenden drei Spieltagen ist in dieser Gruppe folglich Spannung garantiert, wobei sich die Schweiz keinen erneuten Aussetzer dieser Art leisten sollte, will man die direkte Qualifikation für die WM 2014 nicht gefährden.